Elli Domke

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Datei:Sozialausschus 1950 Domke.jpg
Mitglieder des Sozialausschusses von Gronau ca. 1948, Elli Domke(1. Reihe, 3. v. rechts)

Elli Emma Franziska Domke, geb. Dehneke, (* am 1. Juni 1888 in Magdeburg-Neustadt; † am 10. März 1975 in Gronau (Westf.)) war eine antifaschistische Widerstandskämpferin in Gronau (Westfalen).

Elli war Mitglied der KPD und der Roten Hilfe und auch beim „Bund der Sowjetfreunde“. Gemeinsam mit ihrem Sohn aus erster Ehe, Walter Dittmann, besuchte sie als Mitfahrende beim Zirkus Barum im Jahre 1931 für etwa 1 ¾ Jahre die Sowjetunion. Danach kamen sie nach Gronau zurück. Nachdem ihre Tochter Grete am 7. Juli 1936 ins Exil in die Niederlande gegangen war, übernahm sie mit Ihren Ehemann Carl die Zuständigkeit für den illegalen Literaturvertrieb von Holland nach Deutschland für die KPD.

Elli und Carl brachten, wie auch ihre Tochter Grete Kusber, Flüchtlinge aus Wuppertal bei Overdinkel über die Grenze nach Holland. Damit riskierten sie sowohl ihre eigenes Leben, als auch das ihrer Familienangehörigen. Sie und ihr Mann wurden schließlich von einem Nachbarn (Wilhelm Benning), der in der gleichen Straße im Haus Nr. 18 wohnte, verraten.

Am 17. August 1936 verkleideten sich zwei Gestapo-Leute (Hermann Nosbüsch und Maschke), gaben sich als politische Flüchtlinge aus und baten um Hilfe. Sie wurden von Elli und Carl verpflegt, bekamen Essen und Kleidung. Außerdem organisierte das Ehepaar die Flucht in die Niederlande für die angeblich politisch Verfolgten. Das KPD-Mitglied Bernhard Klynsma wurde beauftragt, die „Verfolgten“ bei Nacht über die Deutsch-Niederländische Grenze zu bringen. Als sie sich der Grenze näherten, schnappte die Falle der Geheimpolizei zu und Klynsma wurde festgenommen. Gleichzeitig wurde die gesamte Straße, in der Elli Domke wohnte, abgeriegelt und die gesamte Familie wurde ebenfalls von der Gestapo festgenommen.

Die kleinen Kinder der Familie wurden von Frau Metzig aus Gronau aufgenommen. Elli Domke, ihr Sohn Walter aus erster Ehe und Bernhard Klynsma wurden zum Gerichtsgefängnis nach Hamm überführt. Sie wurden wegen Hochverrat angeklagt. Das Oberlandesgericht Hamm sprach am 16. März 1937 wegen „Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens“ folgendes Urteil:

Walter Dittmann bekam eine Zuchthausstrafe von drei Jahren und sechs Monaten. Er selber war SS-Mann. Er erhielt er diese Strafe, weil er seine Eltern und Schwester nicht bei der Gestapo angezeigt hatte.

Elli Domke und Bernhard Klynsma wurden ins Konzentrationslager gebracht. Elli Domke war nach 1945 wieder politisch aktiv. Sie war für die KPD im Jahr 1948 im Sozialausschuss der Stadt Gronau tätig. Außerdem war sie gewerkschaftlich aktiv.

Am 29. April 2015 wurden für sie, ihren Mann und die Tochter Grete in Gronau Stolpersteine verlegt.

Literatur

  • Sahin Aydin: Eine Familie – ein Kampf für die Menschlichkeit, gegen Faschismus und Krieg. Politische Biografien. Herausgeber: KDFK e. V., Gronau/Westfalen 2015

Weblinks