Heinz Kapelle: Unterschied zwischen den Versionen

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Aktuelle Version vom 21. März 2017, 18:31 Uhr

Heinz Kapelle (* 17. September 1913 in Berlin; † 1. Juli 1941 in Berlin-Plötzensee) war ein Berliner Widerstandskämpfer

Leben

Am 17. September 1913 in Berlin geboren, erlernte er nach dem Besuch der Volksschule von 1928 bis 1932 den Beruf des Buchdruckers. Er war nur kurze Zeit berufstätig, denn 1929 brach die Weltwirtschaftskrise aus, und wie so viele andere war auch er längere Zeit arbeitslos.

Heinz Kapelle interessierte sich für Literaturgeschichte und Sport, begeisterte sich für das Motorradfahren. 1931 wurde er Mitglied im Arbeitersportverein „Fichte“ und fand durch Sportfreunde den Weg in den Kommunistischen Jugendverband Deutschlands (KJVD).

Als am 30. Januar 1933 die faschistische Diktatur mit der Machtübertragung an Hitler und die NSDAP in Deutschland errichtet wurde, beteiligte sich Heinz Kapelle am antifaschistischen Widerstandskampf. Zusammen mit Sportfreunden verbreitete er die illegal erscheinende Zeitung „Neuköllner Sturmfahne“, die viele Monate regelmäßig von Jungkommunisten im Bezirk herausgegeben wurde. Im Frühjahr 1934 von der Gestapo festgenommen, wurde er zu zweijähriger Gefängnishaft verurteilt. Sein Mut und seine Entschlossenheit, sich gegen das faschistische Regime zur Wehr zu setzen, wuchsen dadurch nur noch mehr.

Nach der Haftentlassung fand er schnell wieder Kontakt zu den Genossen der KPD und setzte seine illegale Arbeit fort. Er war maßgeblich am Aufbau einer antifaschistischen Jugendgruppe beteiligt, zu der 1939 rund 60 junge Frauen und Männer aus dem ehemaligen KJVD, der SAJ und der katholischen Jugend gehörten, die überwiegend aus Neukölln, aber auch aus Kreuzberg, Tempelhof und Treptow stammten. Heinz Kapelle erhielt die Aufgabe, Verbindung zu einem Auslandsinstrukteur des ZK der KPD zu halten und das von ihm mitgebrachte illegale Material – Beschlüsse der KPD und des KJVD, vom Schriftsteller Heinrich Mann verfasste Flugblätter, Argumentationen gegen die faschistischen Jugendgesetze und anderes mehr – weiterzugeben.

Seit Mitte 1938 in einer Druckerei in der Schönhauser Allee 9a beschäftigt, nutzten Heinz Kapelle und seine Freunde deren Möglichkeiten zur Herstellung und Verbreitung von Flugblättern gegen die sich abzeichnende Kriegsgefahr. Am 8. September 1939, wenige Tage nach Entfesselung des Zweiten Weltkrieges, verteilte die Gruppe ein selbst hergestelltes Flugblatt „Ich rufe die Jugend der Welt“, in dem es hieß:

„Jetzt hat der Führer das deutsche Volk und die deutsche Jugend auf den Weg gebracht, der zur Katastrophe führt. (…) Weigert euch, Munition herzustellen. Je schneller ihr handelt, desto kürzer ist der Krieg!“

Fieberhaft von der Gestapo gesucht, fielen ihr Heinz Kapelle und fünf seiner Kampfgefährten Mitte Oktober 1939 in die Hände. Er hielt allen Folterungen stand und verriet die Namen seiner Freunde nicht. Am 20. Februar 1941 zum Tode verurteilt, wurde das Urteil am 1. Juli 1941 auf dem Schafott in Berlin-Plötzensee vollstreckt.

Ehrungen

Seit dem 4. September 1974 trägt eine Straße im Bezirk Prenzlauer Berg seinen Namen. Schon am 31. Mai 1951 wurde die Uferstraße zwischen Alexanderufer und Schiffbauerdamm im Bezirk Mitte in Kapelle-Ufer umbenannt. Eine Gedenktafel befindet sich an der Ringmauer der Gedenkstätte der Sozialisten in Berlin-Friedrichsfelde. An seinem Wohnhaus in der Neuköllner Weserstraße 168 erinnert seit dem 17. September 1993 eine Gedenktafel an ihn.

Literatur

  • Luise Kraushaar et al.: Deutsche Widerstandskämpfer 1933 - 1945. Biografien und Briefe. Band 1, Dietz-Verlag, Berlin 1970, Seite 474–477 DNB
  • Hans-Joachim Fieber: Widerstand in Berlin gegen das NS-Regime 1933 bis 1945. Ein biographisches Lexikon, Band 4, trafo verlag, Berlin 2002, ISBN 978-3896269041. S. 26-27 DNB
  • Karl Heinz Jahnke: Ermordet und ausgelöscht: zwölf deutsche Antifaschisten. Ahriman-Verlag GmbH, 1995, ISBN 9783894845537.

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Weblinks